Was die Lebensmitteldose mit Michael Endes Kultbuch zu tun hat

von Rüdiger Stettinski

 

Wer erinnert sich noch an „Die unendliche Geschichte“? Das grenzenlose Reich Phantásien wird hier vom Schuljungen Bastian gerettet: Er liest das Buch, springt hinein, um in die Handlung einzugreifen, und kehrt gereift ins reale Leben zurück. Mit seinem meisterhaften Mammutmärchen hat sich Autor Michael Ende vor fast 40 Jahren unsterblich gemacht. Rund um den Globus rührte das Buch bereits viele Millionen Herzen junger und junggebliebener Leser. Bis heute hat es seine Anziehungskraft nicht verloren. Wahrscheinlich deshalb, weil es in dem Klassiker um zentrale Fragen unserer Existenz geht: um den faszinierenden Kreislauf von Werden und Vergehen, von Geburt, Tod und Wiedergeburt – um ewige Erneuerung also. Was das alles mit der Lebensmitteldose zu tun hat? Sehr viel. Denn fast jede Dose, die in unserem Einkaufskorb landet, hat bereits eine lange Geschichte hinter sich und noch eine unendliche – ja wirklich, eine unendliche – vor sich. Vielleicht war sie schon mal ein Flugzeug, eine Gießkanne oder ein Auto und wird sich als Nächstes in einen Eimer, Kanister oder in ein Nummernschild verwandeln. Verpackungsstahl als unverwüstliches Ausgangsmaterial macht es möglich: Je nach Nutzung wechselt Stahl zwar die Gestalt, aber niemals seine Struktur und seine Eigenschaften. Sie bleiben bestehen, und zwar für immer. Deshalb können Dosen unendlich oft recycelt und für neue Produkte verwendet werden. Eine im wahrsten Sinne des Wortes „unendliche Geschichte“.

Das hat immense Vorteile für unsere Umwelt. „Je mehr benutzte Verpackungen recycelt werden, desto geringer der Aufwand für die Herstellung neuer Produkte. Anders gesagt: Ressourcen werden geschont, Energiebedarf und CO2-Ausstoß gesenkt“, erklärt Carmen Ternedde, Commercial Director Food Germany von Crown Food Europe. Da trifft es sich gut, dass Produkte aus Verpackungsstahl wie die Lebensmitteldose die höchsten Recyclingraten von allen Packmitteln haben. „Bei uns in Deutschland liegt die Quote bei 90,7 Prozent, in Europa bei 77,5 Prozent“, so C. Ternedde.

Illustration des Kreislaufs des Dose (Ausschnitt)

© Olaf Hajek

Der Spitzenwert rührt nicht zuletzt daher, dass im gesamten Produktionszyklus alles perfekt ineinandergreift: Die benutzten Dosen wandern in den gelben Sack oder die Wertstofftonne und gelangen damit zurück in die Wiederverwertung. Dank ihrer ferromagnetischen Eigenschaften lassen sich die Weißblechdosen anschließend in der Sortieranlage ganz einfach mit Magneten vom übrigen Abfall trennen. Die Schrottpresse quetscht sie später zu großen Paketen zusammen, die im Stahlwerk für die Herstellung von neuem Stahl verwendet werden, um damit letztlich z. B. Fahrräder, Büroklammern oder eben wieder Dosen zu produzieren. Was Form und Verwendung betrifft, so sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Genauso wie im Land der Gnome und Glücksdrachen in „Die unendliche Geschichte“.

Der Romanheld Bastian realisiert auf seiner Abenteuerreise, dass die Kraft, Dinge zum Positiven zu verändern, in ihm selbst verborgen ist. Diese Kraft steckt auch in der Lebensmitteldose – und ist vor dem Hintergrund der aktuellen europäischen Politik ganz besonders wertvoll.

Illustration der Dose im Recyclingkreislauf

© Olaf Hajek

Denn Deutschland und die EU wollen die Kreislaufwirtschaft stärker fördern. Besonderer Fokus liegt hierbei auf Verpackungen. Es wird diskutiert, ob besonders recyclingfähige Verpackungen belohnt bzw. gefördert werden sollen. Auf EU-Ebene geht es dabei um die Verabschiedung des Kreislaufwirtschaftspaketes. Hierzulande ist man schon einen Schritt weiter, denn der Bundestag hat im März 2017 das neue Verpackungsgesetz verabschiedet: Unter anderem werden darin den Verwertern von Verpackungsabfällen Recyclingquoten vorgeschrieben, die bis zum Jahr 2022 je nach Material auf bis zu 90 Prozent steigen. Der Recyclingchampion Dose erfüllt diese Quoten schon heute und wird dies auch in Zukunft tun. „Vor dem Hintergrund des neuen Gesetzes birgt die Dose für Lebensmittelhersteller natürlich den Vorteil, dass sie Planungssicherheit bietet, was das Erreichen der vorgeschriebenen Quoten angeht. Aber das ist noch nicht alles. Denn die Lizenzentgelte, die für die Entsorgung einer Verpackung anfallen, dürften sich infolge des Gesetzes in Zukunft stärker an ökologischen Aspekten orientieren“, fasst C. Ternedde zusammen. Gut recycelbare Materialien wie Weißblech sind heute schon auf einem guten Weg.

Aber wie Michael Ende es in „Die unendliche Geschichte“ so schön formulierte: Das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden. Denn über die Dose – das ist sicher – wird es auch in Zukunft noch viele Geschichten zu erzählen geben.

 

Mehr Informationen zum Verpackungsgesetz:

www.verpackungsgesetz-info.de