Wie die Dose mithilft, vier Pfoten glücklich zu machen.

von Alexander Nebe

Gezeichneter Hund als Hippie mit Blumen im Haar

© Terra Canis, Anja Moritz

 

Die Auswahl hört sich verführerisch an: vietnamesischer Thunfisch mit Reis, Mango und Zitronengras, Huhn mit Amarant, Tomaten und Basilikum oder vielleicht doch lieber Lamm mit Zucchini, Hirse und Dill? Da kann die Wahl schon mal etwas schwerer fallen. In diesem Fall entscheiden Frauchen oder Herrchen allerdings nicht über ihr Abendessen, sondern darüber, was in den Fressnapf kommt. Bei den genannten Leckereien handelt es sich nur um einen kleinen Teil des Angebots, das Terra Canis für seine Kunden bereithält. Das Münchner Unternehmen verkauft Hunde- und Katzenfutter im Premiumsegment. Ein Bereich des Milliardengeschäfts Petfood (Jahresumsatz 2015 in Deutschland laut Statista: 3,2 Milliarden Euro), der ebenso kontinuierlich wie überdurchschnittlich stark wächst. Frisches Fleisch vom Metzger, feinste Zutaten, alles in Lebensmittelqualität – so die Geschäftsidee, die bei Deutschlands Tierliebhabern immer stärker punktet.

 

Das Ernährungsbewusstsein der Menschen wird auf die Haustiere übertragen

Für den anhaltenden Trend gibt es laut Terra-Canis-Gründerin Birgitta Ornau unterschiedliche Gründe: „Zum einen hat der Stellenwert des Haustieres in den vergangenen Jahrzehnten stetig zugenommen. Bei den Großeltern schlief der Hund beispielsweise noch im Zwinger vor dem Haus, bei den Eltern hatte er bereits ein Körbchen im Wohnzimmer und heute darf er bei vielen sogar ins Bett“, sagt die 39-Jährige im Gespräch mit „Made For Food“. Zudem seien die Verbraucher beim Thema Ernährung generell sensibler geworden – aus Gesundheitsgründen, aber auch deshalb, weil es in der Vergangenheit immer wieder schlimme Skandale in der Lebensmittelbranche gab. Stichwort Gammelfleisch. Deshalb achten inzwischen immer mehr Menschen sehr genau darauf, was sie heute noch essen. Ein Bewusstsein, das sie automatisch auf ihre Haustiere übertragen.

Transparentes Hundefutter aus der Dose

Nur die besten Zutaten kommen in die Dose (Bild © Terra Canis, Anja Moritz)

 

 

„Vor zwölf Jahren waren wir die Ersten am Markt, die auf Tiernahrung mit Rohstoffen in hundertprozentiger Lebensmittelqualität gesetzt und in einer Metzgerei produziert haben“, sagt Birgitta Ornau. Das sei nach wie vor eine Ausnahme. Der Großteil des Hundefutters komme bis heute aus Futtermittelbetrieben, die Schlachtnebenprodukte verarbeiten. „Wir wollten aber mit frischem Fleisch, Gemüse und Obst arbeiten, das zu dem Zeitpunkt, in dem es in der Metzgerei verarbeitet wird, auch in eine Gulaschsuppe wandern könnte“, betont sie. Schließlich ist das diejenige Qualität, die der Wolf/Wildhund in der Natur in Form frisch erlegter Beutetiere und in pflanzlichen Nahrungsbestandteilen vorfindet. Birgitta Ornau hatte eine Marktlücke entdeckt. Und die war so groß, dass Terra Canis wächst und wächst. 2017 soll die Jahresumsatzmarke von 20 Millionen Euro geknackt werden. Eine Erfolgsgeschichte, auf die auch Nestlé aufmerksam wurde. Im April übernahm der Lebensmittelgigant einen Mehrheitsanteil an dem Unternehmen, das Birgitta Ornau als Gesellschafterin und Miteigentümerin aber trotzdem auch in Zukunft führen wird.

 

Frau füttert Hund in Geschäft

Ihr Hund schenkt ihr bedingungslose Liebe, Claudia Weidung-Anders erwidert das mit gesundem Futter (Bild © Artur Lik)

Umsätze in Terra-Canis-Regionen kann Claudia Weidung-Anders zwar nicht vorweisen; aber auch sie freut sich über stetig steigende Verkäufe im dritten Jahr nach der Gründung ihres Online-Shops Home & Dogs, der neben Premiumdogfood in Lebensmittelqualität auch hochwertige Hundebetten sowie diverse Accessoires, Pflegeprodukte und Zubehör für den Vierbeiner anbietet. Dass hochwertiges Hundefutter oft sofort in die Luxus-Lifestyle-Ecke gepackt wird, kann sie nicht verstehen: „Die wenigsten meiner Kunden gehören zu den Topverdienern. Der Großteil kommt aus der Mittelschicht, zählt allerdings zu besonders qualitätsbewussten Konsumenten. Um sich hochwertige Nahrung für sich selbst und ihr Haustier leisten zu können, sind sie in anderen Lebensbereichen auch zu Abstrichen bereit“, sagt die 44-Jährige. Einige Trockenfutter enthalten häufig zu viel Getreide und Stärke, was sich negativ auf die Gesundheit der Tiere auswirke: „Das macht die Hunde zwar schnell satt, löst bei vielen aber Allergien aus. Außerdem können sie davon ein stumpfes Fell, Ekzeme und Verdauungsprobleme bekommen“, sagt die Ehefrau von Modern-Talking-Stimme Thomas Anders, die selbst einen Havaneser-Mischling aus dem Tierheim hat. „Wenn wir Menschen unserem Körper nicht genug hochwertig-natürliche Nährstoffe geben, dann geht es uns doch auch schlecht. Und beim Hund ist das nicht anders. Sein Organismus funktioniert nur so gut, wie er gefüttert wird.“

 

Beide Unternehmerinnen setzen auf die Weissblechdose

Frau probiert Hundefutter

Birgitta Ornau steht mit Haut und Gaumen hinter ihrem Konzept (Bild © Terra Canis, Anja Moritz)

Birgitta Ornau, die ihr Geschäftsmodell allein mit ihren eigenen Ersparnissen auf den Weg brachte, in der Anfangsphase die Dosen selbst etikettierte und mit ihrem Auto auslieferte, geht sogar noch einen Schritt weiter: Sie verweist auf Studien, die eine direkte Verbindung zwischen einem übermäßigen Verzehr von Getreide und der Entstehung von ernährungsbedingten Erkrankungen wie Nierenleiden, Diabetes oder gar Krebs bestätigen. Weil die Hunde – allein in Deutschland gibt es laut aktuellen Schätzungen ungefähr 7,9 Millionen (Quelle: Statista) – die hohen Mengen an Getreide nicht verstoffwechseln können, habe dieses grundsätzlich nichts in ihrer Nahrung zu suchen. Wie gut die hohe Qualität tatsächlich tut, erfahren die Frauen und ihre Mitarbeiterteams immer wieder durch begeisterte Mails, die Kunden ihnen schreiben. Und dabei zum Beispiel darüber berichten, wie sich ihre Vierbeiner durch die Futterumstellung von Erkrankungen und Unverträglichkeiten erholt hätten. In Sachen Verpackung fiel die Wahl bei beiden Unternehmerinnen ganz bewusst auf die Weißblechdose. Zum einen deshalb, weil die Produkte auch bei einer Schongar-Temperatur noch ausreichend lange haltbar sind. Zum anderen verlieren Gemüse und Fleisch schnell an Vitaminen, sobald Licht herankommt, was gegen den Einsatz von Glas spricht. Die Dose ist dagegen formstabil, praktisch und auch optisch ansprechend. „Da unsere Produkte hundertprozentige Lebensmittelqualität besitzen, verwenden wir Lebensmitteldosen aus Weißblech. Und weil Weißblech die höchste Recyclingquote unter den Verpackungswertstoffen hat, wird zudem die Umwelt geschont“, ergänzt Birgitta Ornau die Vorteile.

 

Hochwertige Produkte für Tiere sorgen für kontroverse Diskussionen unter Menschen

 

Hundefutter in Lebensmittelqualität, das problemlos auch von Menschen verzehrt werden könnte – ein stark wachsender Markt, der auch missbilligende Reaktionen provoziert: Die Relationen würden angesichts des weltweiten Hungers nicht mehr stimmen, und derartig hochwertige Produkte für Tiere seien moralisch verwerflich … Birgitta Ornau kann kritische Nachfragen zwar generell nachvollziehen. Bei dieser Diskussion dürfe man aber auch die tatsächlichen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Gegebenheiten, die im Zusammenhang mit dem Hunger in der Welt bestehen, nicht ignorieren: „Wir finden es ungerecht, einen Zusammenhang zwischen hungernden Menschen und unseren Produkten herzustellen, obwohl bekannt ist, dass jedes Jahr weltweit ca. 1,3 Milliarden Tonnen genießbarer Lebensmittel, darunter auch sehr viel Fleisch, einfach weggeschmissen werden! Mehr als genug, um jeden Hungernden zweimal satt zu bekommen. Was läuft da schief?“

Futter mit Wau-Effekt: Geschäft mit hochwertigem Hundefutter

Das Hundeparadies auf Erden: Im Ladenlokal von Home & Dogs gibt es Futter, Körbchen & Co. (Bild © Artur Lik)

Eine Argumentation, die Claudia Weidung-Anders ebenfalls teilt. Sie bringt in der Diskussion aber auch eine persönlichere Ebene mit ins Spiel. Ein Hund ist für sie – und Millionen anderer Menschen in Deutschland – inzwischen längst ein vollwertiges Familienmitglied: „Tiere schenken uns bedingungslose Liebe und da ist es nur selbstverständlich, dass wir sie auch gut behandeln – nämlich in dem wir ihnen einen ordentlichen Schlafplatz und gesunde Nahrung geben. Wenn wir uns als Familie heutzutage immer ausgewogener und bewusster ernähren, dann sollte es dem Familienhund bitte schön nicht schlechter gehen!“

 

 

 

 

 

Hier geht’s zur hochwertigen Tiernahrung:

Terra Cannis: www.terracannis.de

Home & Dogs: Klostergut Besselich, Haus 2, 56182 Urbar, www.home-and-dogs.com