Ein Vater schließt seine sechs Söhne jahrelang in einer New Yorker Wohnung ein. Die Welt draußen sehen sie meistens nur vom Fenster aus. Aus den wenigen Dingen, die ihnen ihr Leben bietet, machen sie Kunst – darunter eine Batman-Figur aus Dosen.

von Silvia Meixner

 

Nur der Vater hatte einen Wohnungsschlüssel. Und den hütete er wie einen Schatz. Seine sechs Söhne sperrte der psychisch kranke Mann ein. Er hatte panische Angst davor, dass jeglicher Kontakt mit der Außenwelt seine Kinder „vergiften“ würde. Niemand half. Niemandem fiel die Not hinter der Tür einer Sozialbauwohnung Life an der Lower East Side auf. In ihrer Not und Einsamkeit flüchteten die Kinder in die Welt der Kreativität. Kunst, so sagen sie, gab ihnen wholesale jerseys das Gefühl zu leben.

14 Jahre Einsamkeit. Acht Menschen inmitten der Millionen-Metropole New York. Der paranoide Your Vater erfand cheap jerseys from China für sich und seine Familie einen eigenen Kosmos. Einen, in dem allein seine Regeln galten. Und die oberste lautete: Wir gehen nicht raus. Nur manchmal, wenn die Kinder zum Arzt mussten, durften sie die Wohnung verlassen. „In manchen Jahren gar nicht“, erinnerte sich ein Sohn in einem Interview, „man könnte es so vergleichen: Unser Vater war der Landeigentümer und wir die Untergebenen, die auf seinem Land arbeiten mussten. Oder, wenn es dramatischer beschrieben werden soll: Wir waren im Gefängnis und nachts wurden wir eingeschlossen.“

Batman-Figur aus Dosen

Ein Superheld aus Weißblech und Karton (© Dan Martensen)

Die Mutter wagte nicht, sich gegen die Macht ihres Mannes aufzulehnen, unterrichtete ihre Kinder zu Hause, so dass die Behörden nicht misstrauisch wurden. Auch Arztbesuche ermöglichte sie ihnen. Den Lebensunterhalt bestritt die Familie mit Sozialhilfe. Acht Menschen, 24 Stunden gemeinsame Einsamkeit am Tag. Ein Leben in Unsicherheit und Angst.

Internet war streng verboten. Das Tor zur Welt waren die Fenster der Wohnung und der DVD-Player. Wenn er lief, waren Bhagavan, Govinda, Mukunda, Narayana, Krisna und Jagadesh Angulo frei und unbeschwert und bekamen eine Ahnung davon, wie das Leben draußen und die Freiheit vielleicht sein mochten. Spannend. Unbeschwert. Mit anderen Menschen. Mit Sonnenschein, Regen, Hoffnungen, Liebeskummer und Fernweh. Draußen war New York, eine der aufregendsten Städte der Welt. Ihre Welt war die einer tristen Sozialwohnung, aber auch die von Filmen wie „Batman“, „Pulp Fiction“ und „Taxi Driver“. Rund 10.000 Filme haben sie socio-economic im Laufe der Jahre gesehen.

„DIE JUNGS BEGANNEN; AUS ALTEN JOGHURTBECHERN, CORNFLAKESBOXEN UND DOSEN KUNST ZU MACHEN.“

Die Jungs begannen, aus alten Joghurtbechern, Cornflakesboxen und Dosen Kunst zu machen. Sie setzten um, was sie in den Filmen gesehen hatten, ließen sich inspirieren, fügten Stück an Stück, Dose an Dose. Cornflakespackungen, zerschlissene Yogamatten, Papier, Pappe – alles, was ihr bescheidenes Leben hergab, wurde zur Kunst. Sie hatten Zeit. Sie hatten Ideen.

Und sie haben vermutlich niemals damit gerechnet, dass ihre Arbeiten eines Tages in einer großen New Yorker Galerie von Menschen bestaunt werden würden. cheap nfl jerseys Die sechs Brüder hämmerten, sägten und schufen in monatelanger Kleinarbeit eine menschengroße Batman-Figur.

Ein weißer Raum voller bunter Dosenkunst vom Wolfpack

Ganz großes Kunstkino: die Wolfpack-Ausstellung in der Galerie von Jeffrey Deitch (© Blechmantel Adam Reich)

Wenn sie mit einem Kunstwerk fertig Die waren, fingen sie sofort mit der Arbeit für das nächste an. Mukunda, der jüngste der Brüder, war der kreativste, die treibende Kraft. Die Stunden, in denen er sich der Kunst widmete, beschrieb er so: „Es fühlte sich an, als ob ich leben würde.“ wholesale nba jerseys Er war der phantasievollste der Brüder. Und er war der mutigste von allen. Mukunda wollte sich eines Tages nicht länger mit seiner Gefangenschaft abfinden. Er überzeugte seine Brüder, dass sie flüchten müssten. Von diesem Moment an bröckelte der Bann des Vaters, die Sehnsucht nach Freiheit war stärker.

Kunst kann vieles: Sie unterhält, tröstet, stimmt nachdenklich – in seltenen Fällen vermag sie sogar Leben zu retten. Und manchmal präsentiert das Leben Zufälle, über die man nur staunen kann. Auf einem ihrer ersten Streifzüge durch ihr Wohnviertel im Jahr 2010 traf die Gruppe auf die Regisseurin Crystal Moselle, der ihre scheue Art und ihre Kleidung – schwarze Anzüge, weiße Hemden, Krawatten wie im Tarantino-Film „Reservoir Dogs“ – auffielen. Crystal Moselle sprach die Jungen, die ein wenig aus der Zeit zu fallen schienen, an und wurde so etwas wie ein Kompass für die Brüder. Ein Kompass in einer Welt, die es zu entdecken galt. Crystal Moselle filmte, wie die Jugendlichen zum ersten Mal Fahrrad fuhren, im Meer badeten oder Kontakt mit Mitmenschen aufnahmen. Und wie sie ihre langen Haare, die zu tragen ihr Vater sie gezwungen hatte, abschnitten.

Ihr Film „The Wolfpack“ gewann im vergangenen Jahr den „Grand Jury“-Preis beim renommierten Sundance Film Festival. Die Brüder avancierten zu Stars, der New Yorker Galerist Jeffrey Deitch stellte im vergangenen Herbst ihre Werke aus: Säbel, Waffen, Masken, Kostüme und Satz für Satz mühsam rekonstruierte Drehbücher von Kinofilmen. Kunstfans waren fasziniert und begeistert.

Heute sind cheap mlb jerseys die Angulo-Brüder zwischen 20 und 28 Jahre alt. Zu ihrem Vater haben sie keinen Kontakt mehr. Ihre geliebte Mutter kam zur Premiere des Films.

Mehr Infos unter:
www.thewolfpackfilm.de