IST DIE NOCH GUT?

Nachdem Nicolas Appert im Jahre 1812 die ersten Speisen in seine Dosen gefüllt hatte, ahnte er vermutlich nicht einmal ansatzweise, dass eine von ihnen 39 Jahre später auf der Weltausstellung in London für Aufsehen sorgen würde. 1851 wurde dem ungläubigen Publikum bewiesen, dass die Appert’sche Konserve nach all den Jahren noch immer genießbar war. Das war eine Sensation! Leider war es Appert nicht vergönnt, dies selbst mitzuerleben – als die Leute in London über die Dose staunten, war ihr Erfinder bereits zehn Jahre tot.

EIN PROSIT AUF DIE DOSE.

1933 – nach dem Ende der Prohibitionszeit – ließ die Brauerei Gottfried Krueger in Newark im US-Staat New Jersey ihr „Krueger’s Special Beer“ von 2.000 Bierfreunden testen. Warum? Ganz einfach: Sie hatte als erste Brauerei überhaupt ihr Bier in Dosen abgefüllt! Nach der Testphase, vor genau 85 Jahren, wurden die Dosenbiere auch überregional angeboten, und bis 1935 konnte die Gottfried Krueger Brewing Company ihren Umsatz um mehr als 500 Prozent steigern.

THE BLUES IS ON FIRE.

Die wenigsten wissen, dass bereits vor 100 Jahren Dosen, gefüllt mit geliertem Brennspiritus, dazu dienten, unterwegs das Essen warm zu halten. Ebenso unbekannt ist die Tatsache, dass diese Erfindung es geschafft hat, Musiker zu beflügeln. 1928 schrieb Tommy Johnson den Song „Canned Heat Blues“ und besang darin die melancholische Art seiner Mutter. 37 Jahre später ließ sich davon eine gewisse Band um Leadsänger Bob Hite inspirieren – „Canned Heat“ waren geboren.

ES IST NOCH SUPPE DA!

Ted Cruz macht keinen Hehl daraus, dass Dosensuppen zu seinen Leibspeisen zählen: „Alle möglichen Sorten, wissen Sie?“, so schwärmte der Millionär in einem Interview von seiner großen Liebe. „Wenn ich in Washington bin, ist mein Abendessen eine Dose Suppe. Ich habe dutzende in der Speisekammer.“ Nachdem der US-Politiker und seine Frau Heidi 2001 von ihren Flitterwochen zurückgekehrt waren, ging Ted allein in einen Laden, um selbst einmal einzukaufen. Zu Hause staunte Heidi nicht schlecht, als sie sah, dass er 100 Dosen Campbell’s Chunky Soup mitgebracht hatte. Ob Mr. Cruz Loriots „Pappa ante portas“ kennt?

JAZZ AUS DER DOSE.

„Weißt du, wie die Dämpfer für Trompeten entstanden sind, die sogenannten Bucket Mutes? Bohnen-Dosen, Sauerkraut-Dosen – wir benutzten alle möglichen Arten von Dosen, die wir irgendwie an unseren Trompeten befestigen konnten.“ So beschreibt es der US-Trompeter Herman Autrey in Bill Crows Buch „Jazz Anecdotes – Second Time Around“. Wie Autrey erlebten viele Musiker die Szene in den 1920er und 1930er Jahren als einen „Ort“ absoluter Kreativität. Meist ohne einen Penny in den Taschen, kamen sie so auf die Idee, Gegenstände wie leere Dosen als Klangkörper einzusetzen: Die Dose traf auf die Trompete – und die Bucket Mutes waren entstanden.