2019 ist das Jahr der Verpackung. Seit Januar hält das neue Verpackungsgesetz die deutschen Hersteller  und Händler in Trab. Und bis Mitte 2020 müssen sämtliche EU-Mitglieder die Richtlinien des Kreislaufwirtschaftspakets umsetzen. Auch bei den Verbrauchern gehören Begriffe wie „Zero Waste“ oder „Plastic-Free World“ zum Gesprächsalltag. Damit rückt die Dose erneut in den Fokus.

 

167 Kilogramm pro Kopf – so viel Verpackungsmüll entsteht jedes Jahr in Europa. Und die Müllberge steigen. Ein Grund ist die zunehmende Snacking-Kultur: Sei es der Coffee to go auf dem Weg zur Arbeit, der Salat zum Mitnehmen für die Mittagspause oder der hippe Smoothie für den nächsten Instagram Post – Snacks oder Getränke zum Mitnehmen werden beliebter. Auch beim täglichen Einkauf sind kleine Portionsgrößen gefragt, denn ebenso wie die Zahl der Senioren steigt auch die Zahl der Ein- und Zwei-Personen-Haushalte und damit wiederum der Abfall pro Kopf.

Wie entkommen wir diesem Dilemma? Durch bestmögliche Abfallvermeidung und -verwertung! Entsprechend verabschiedete die EU im vergangenen Jahr ein neues Kreislaufwirtschaftspaket. Dieses schreibt zum Beispiel für Verpackungsabfälle neue Recycling-Ziele vor, die jedes Land stufenweise bis 2025 beziehungsweise 2030 erreichen muss. Hier wird die Lebensmitteldose zum Superstar auf der Recycling-Bühne: Laut aktueller EU-Verordnung sollen Verpackungen aus Eisenmetall bis 2025 zu 70 und bis 2030 zu 80 Prozent recycelt werden. Die Realität sieht aber schon jetzt sehr viel besser aus. Schließlich wird Verpackungsstahl in Deutschland schon lange zu über 90 Prozent recycelt und in der EU bereits zu 76 Prozent. Der Grund für die hohen Quoten: Dosen sind gewissermaßen fürs Recycling gemacht. Denn sie lassen sich besonders gut zu neuen Produkten weiterverarbeiten. So wird aus der Lebensmitteldose von heute die Autokarosserie von morgen, die Schiffsschraube von übermorgen oder eben wieder eine Dose. Ohne Qualitätsverlust wird das Material wieder und wieder recycelt. Und die einmal eingesetzten Rohstoffe gehen nicht verloren, sondern werden in einem perfekten Kreislauf weiter genutzt. „Verwenden statt verbrauchen“ lautet das Prinzip. Doch genau das ist vielen Verbrauchern nicht bewusst. Stattdessen haben andere Verpackungsmaterialien wie Papier oder Glas ein umweltfreundliches Image.

Um das Bewusstsein für die Nachhaltigkeit von Metallverpackungen zu stärken, hat Metal Packaging Europe, der Dachverband der europäischen Metallverpackungsindustrie, ein Logo entwickelt, das alle europäischen Verwender von Verpackungen und Verschlüssen nutzen können. Das Logo mit dem Slogan „METAL recycles forever“, den es natürlich auch auf Deutsch gibt, zeigt Verbrauchern auf einen Blick, wie ressourcenschonend die Dose ist. Dazu Leonie Knox-Peebles, CEO von Metal Packaging Europe: „Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit liegt darin, Ressourcen effizienter und schonender einzusetzen. Verpackungen, die nach ihrer Nutzung nicht recycelt werden können, stehen diesem Ziel im Weg. Wie es besser geht, zeigt die Dose. Um dies stärker herauszustellen, werden wir die Verwendung des Logos auf unseren Verpackungen vorantreiben.“ So möchte man die Konsumenten dazu animieren, durch richtige Entsorgung selbst den Kreislauf zu schließen, und dazu beitragen, dass Lebensmitteldosen ganz bewusst gekauft werden, um Ressourcen zu schonen.

Ein Anspruch, der den Wünschen der Verbraucher entgegenkommt. Denn Umwelt- und Ressourcenschutz gewinnt auch in Privathaushalten immer mehr an Bedeutung. Eine Umfrage des Deutschen Verpackungsinstituts aus dem Jahr 2018 zeigt: Für 68 Prozent der Befragten steht ein bewusster Konsum beim persönlichen Einsatz für Nachhaltigkeit an erster Stelle. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die PwC-Studie „Verpackungen im Fokus“ von Februar 2018. Demnach finden 95 Prozent der Befragten es wichtig, dass Lebensmittelhersteller beim Einsatz von Verpackungen die Materialmenge auf ein Minimum reduzieren und gut recycelbare Stoffe einsetzen. Beste Chancen also, mit dem Recycling-Logo auf der Dose die Wünsche der Verbraucher zu unterstützen und das Einkaufsverhalten positiv zu beeinflussen.