Wie Frühstücksfleisch Teil der Digitalisierung wurde

Von Thea Mengeler

 

Wer an Spam denkt, hat automatisch dubiose E-Mails vor Augen, die mit unkomplizierten Krediten, blauen Pillen oder schnellem Reichtum werben. Doch das ist nicht die ganze Geschichte. Schon lange bevor die erste elektronische Nachricht verschickt wurde, fand Spam in ganz anderer Form seinen Weg in die Haushalte: als Frühstücksfleisch.

Schon in den 1920er Jahren brachte die Hormel Foods Corporation das in Dosen verpackte Schweinefleisch auf den Markt – ursprünglich, um eine neue Absatzmöglichkeit für die nicht besonders beliebten Schweineschultern zu finden. Doch tatsächlich begann damit der Aufstieg einer Marke, die von den USA aus die Welt eroberte.

Durch einen Wettbewerb erhielt das Dosenfleisch 1937 seinen berühmten Namen: Spam. Aber wofür stehen diese vier Buchstaben eigentlich? Was die genaue Bedeutung angeht, ist man sich nicht ganz einig, häufig wird der Name jedoch von den Worten „Spiced Ham“ hergeleitet. Eine andere Theorie besagt, Spam stehe für „Specially Processed Army Meat“ und tatsächlich verdankt Spam seine Erfolgsgeschichte wohl vor allem dem Militär. Denn das entdeckte während des Zweiten Weltkriegs Spam als haltbare, günstige und sattmachende Verpflegung für die Truppen. Und so wurde die ikonische viereckige Dose bald in die ganze Welt verschickt.

Mit dem Ende des Krieges war die Erfolgsgeschichte von Spam aber noch lange nicht vorbei. In Großbritannien – bis heute einer der größten Absatzmärkte von Frühstücksfleisch – war Spam offenbar noch in den 1970er Jahren so allgegenwärtig, dass die Komikergruppe Monty Python dem Dosenfleisch einen eigenen Sketch in ihrem „Flying Circus“ widmete. Der Sketch spielt in einem Café, in dem man die Wahl hat zwischen so abwechslungsreichen Gerichten wie „Eier, Speck und Spam“, „Spam, Speck, Wurst und Spam“ oder „Spam, Ei, Spam, Spam, Speck und Spam“. In typischer Monty-Python-Manier gerät Spam schnell außer Kontrolle und wird bald nicht nur in jedem Satz gleich mehrfach erwähnt, sondern auch von einer Gruppe Wikinger lauthals besungen. Insgesamt wird das Wort Spam in dem Sketch über hundert Mal genannt – an Spam kommt offenbar niemand vorbei. Und so schließt sich der Kreis: Als in den 1990er Jahren unerwünschte Werbemails begannen, die Postfächer zu fluten, nannte man sie in Anlehnung an Monty Pythons kultige Comedy kurzerhand Spam. Das legendäre Frühstücksfleisch ist seitdem in aller Munde. Und auch wenn die Namensgebung für die E-Mail-Flut etwas kurios ist, dem Original hat es anscheinend nicht geschadet: Rund um den Globus werden jede Sekunde 12,8 Dosen Spam verzehrt.

 

 

Mehr Informationen:

www.hormelfoods.com/brand/spam-brand/